Link verschicken   Drucken
 

Ziele

Wir fördern wichtige Schlüsselkompetenzen, die notwendig sind, um Entwicklungsaufgaben auf dem Weg zur eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu bewältigen.
(vgl. §§ 1 und 22 SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe)

 

Die Empfehlung für die pädagogische Arbeit in bayerischen Horten, kategorisiert diese Schlüsselkompetenzen in folgende Bereiche:


Personale Kompetenz

  • selbstbewusstes Auftreten
  • Selbstvertrauen entwickeln
  • Freude am Leben haben
  • Offen für Neues sein
  • Fantasie und Kreativität entwickeln
  • Frustrationstoleranz üben uns ausbauen
  • Freizeit sinnvoll gestalten
  • mit Stresssituationen umgehen lernen
  • …..

 

Soziale Kompetenz

  • auf andere zugehen
  • sich in andere einfühlen
  • streiten können
  • Rücksicht nehmen
  • Verantwortung übernehmen
  • Spielregeln des sozialen Miteinander kennen lernen
  • sozialverträglich handeln
  • Toleranz üben
  • Umwelt wahrnehmen und sie wertschätzen
  • …..

 

Sachkompetenz

  • Wissen aneignen
  • Lern- und Arbeitstechniken kennen lernen und anwenden
  • Kommunikationsregeln aneignen
  • fremde Kulturen kennen und akzeptieren lernen
  • mit Medien umgehen
  • an demokratischen Prozessen teilnehmen
  • ……

 

Wir begleiten die Kinder, durch die Förderung dieser Schlüsselkompetenzen, auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.


Wir bieten den Kindern freie Zeit, die sie selbst gestalten können und setzen auch Grenzen, die für eine positive Entwicklung notwendig sind.


Die folgenden Fallbeispiele aus unserer Praxis sollen Ihnen nun zeigen, wie wir diese Kompetenzen im Alltag umsetzen.

 

Beispiel: Berta möchte aus dem Bastelbuch etwas basteln. Sie fragt nach dem Material, das im Buch aufgelistet ist. Nachdem sie alles bekommt, versuchte sie die Anleitung umzusetzen. Schon bald kommt sie mit Fragen zu uns. Da alles klar beschrieben war, bekommt sie nur Tipps und keine konkrete Hilfe, die sie sich eigentlich mit der Frage erhofft hatte. So kämpfte sie sich jammernd, trotz Belustigung der anwesenden Kinder durch, da Berta bekannt dafür ist, dass ihr alles schnell schwierig erscheint. Obwohl es lange dauert, bekommt Berta schließlich alles alleine hin. Auch die anderen Kinder mussten staunen.

 

Was hat Berta gelernt?

  • das Gelesene umsetzen
  • sich Gedanken machen
  • Lösungen suchen
  • Ausdauer beweisen
  • Bild und Text verknüpfen
  • genaues schauen
  • Erfolgserlebnis erfahren

 

Beispiel: Maria bringt ihre CD mit, die sie zum Geburtstag bekommen hat. Sie hört sich die Musik an. Angelockt durch die Musik, beschließt eine kleine Gruppe zu der Musik einen Tanz einzuüben. Sie ziehen sich im Höhlenzimmer zurück. Nach einer ¾ Stunde führen sie ihre einstudierten Schritte den anderen Kindern auf.

 

Was hat die Tanzgruppe gelernt?

  • Maria hat ihre CD mit den anderen geteilt
  • Regeln untereinander ausgemacht
  • Absprachen halten
  • Ziel festlegen (Vorführung)
  • Mut beweisen
  • Ideen sammeln (Schrittfolge, Hilfsmittel)
  • an einer Sache dranbleiben (Ausdauer)

 

Beispiel: Max hat heute Textaufgaben in Mathe auf. Er sitzt sehr lange und es fällt ihm schwer, auf den richtigen Lösungsweg zu kommen. Wir geben ihm Hilfestellung und regen ihn dazu an, sich ein Bild zur Aufgabe zu zeichnen. Bereits als er die ersten Sachen gemalt hat, kommt er spontan auf den richtigen Weg und präsentiert stolz die Lösung. Am nächsten Tag holt Max ohne Aufforderung von uns ein Blatt und beginnt, gut gelaunt, zu zeichnen. Alle Aufgaben sind richtig gelöst. Max packt nach kurzer Zeit stolz seine Hausaufgaben ein.

 

Was hat Max gelernt?

  • Lösungswege finden und selbständig anwenden
  • Erfolgserlebnisse erfahren
  • Freude am Lernen
  • Selbstvertrauen bekommen
  • Fantasie, Kreativität (Wie male ich am besten?)
  • mit Stresssituationen umgehen lernen

 

Beispiel: Hans und Rudi spielen Fußball in der Turnhalle. Rudi kommt und beklagt sich, dass Han ihn ständig foult. Er habe mit Hans geredet, aber dieser hört nicht auf. Eine heftige Diskussion entsteht, als wir zu Hans gehen und ich ihm sage, dass Rudi gerne etwas mit ihm besprechen möchte. Im Laufe des Gesprächs merken beide mit zurückhaltender Hilfe unsererseits (Einhaltung der Gesprächsregeln, wie ausreden lassen,….), dass Fußball beiden keinen Spaß mache, wenn davor nicht ausgemacht wurde, wann der Ball z.B. als „Aus“ gilt oder bis wohin der Torwart herauslaufen darf. Gemeinsam machen beide neue Spielregeln aus und versuchen es noch einmal. Dieses Mal klappt es bis zum Ende sehr gut.

 

Was haben Hans und Rudi hier gelernt?

  • eigene Gefühle benennen („Mich stört, wenn….)
  • in andere einfühlen
  • Spielregeln aushandeln
  • Gesprächsbereitschaft zeigen
  • Gesprächsregeln einhalten
  • Fehler eingestehen
  • Konstruktive Kritik üben